
Eheringe sind seit Ewigkeiten ein Symbol der Vermählung und waren schon den Ägyptern bekannt, aber möglicherweise sind sie noch älter. In historischen Zeiten, bei Römern wie Ägyptern, trug man sie an der linken Hand der Nähe zum Herzen wegen - man glaubte an eine Ader, die direkt vom Ringfinger zum "Sitz der Liebe" führt. In Rom trugen jedoch nur die Frauen Eheringe. Der eiserne Ring war nicht nur Bindungssymbol, sondern gleichzeitig Empfangsbestätigung für die Mitgift. Im Hochmittelalter war der Ehering bereits als fester Bestandteil der Eheschließung integriert und besiegelte das Eheversprechen.
Die Qual des Materials
Durch das verwendete Material, den eingebrachten Schmuck und schließlich die persönliche, individuelle Gestaltung der Ringe wird ihre Bedeutung unterstrichen. Sie stellen etwas Wertvolles dar, ebenso wie der Bund, den sie besiegeln. Durch die oft verwendeten Steine werden bestimmte persönliche Merkmale der Träger betont und Wünsche dargestellt, und mittels der fast immer verwendeten Gravur mit Namen und Datum der Hochzeit gehören sie ausschließlich zum besonderen Anlass und überragen damit alle Schmuckstücke, die man gelegentlich und rein zur Zierde anlegt. Die Gravuren haben ihre eigene Geschichte. Während heute meist nicht mehr als die Daten auf der Innenseite der Ringe Platz finden, war es bei den Römern beispielsweise üblich, den lateinischen Spruch „Pignus amoris habes“ - "Du Pfand meiner Liebe" - zu gravieren. In der christlichen Geschichte erlangten Eheringe etwa um das Jahr 850 herum sakrale Bedeutung. Sinnbildlich übertrug man die Unendlichkeit der Ringform auf die Unendlichkeit sowohl der Ehe als auch der Unendlichkeit des Bundes mit Gott. Zum festen Ritual bei Trauungen im christlichen Kulturkreis wurden die Ringe etwa um 1200. In der jüdischen Religion werden Hochzeitsringe ausschließlich rituell genutzt, hier erhält wiederum nur die Braut - wie in Vorzeiten bei den Römern - während der Trauung einen Ring, der an den rechten Zeigefinger gesteckt wird.
Insgesamt sind Eheringe durch Form, Material, Ritus und symbolhafte Aufladung geeignet, die beiden Bedeutungen "Verbundenheit" und "Unendlichkeit" in einem positiven, würde-und wertvollen Kontext zusammenzubringen. Damit werden sie freilich auch mit sehr vielen Emotionen aufgeladen, sind entsprechend sorgfältig auszuwählen und später zu bewahren (falls man sie doch aus praktischen Gründen ablegt). Sie müssen nicht nur zum Träger, sondern auch zum Ehepartner und zueinander passen, denn im besten Fall begleiten sie die beiden Menschen vom Tag der Trauung an lebenslänglich. Undenkbar wäre es zum Beispiel, Eheringe auszutauschen. Daher gehört zu ihrer Auswahl sehr viel Bedacht. Ob sie schlicht und zeitlos, glanzvoll und exklusiv, klassisch, verspielt oder modern ausfallen - sie sollten in jedem Fall alle Jahre, Entwicklungen und Wechselfälle des Lebens überdauern können.