Standesamtliche Trauung

Standesamtliche Trauung


Standesamtliche Trauung Wenn Sie in der Bundesrepublik Deutschland rechtskräftig verheiratet sein wollen, müssen Sie die standesamtliche Trauung durch einen Standesbeamten durchführen lassen, während der beide Partner ihren Willen, die Ehe miteinander einzugehen, öffentlich bekunden. Frühestens sechs Monate vor der geplanten Trauung können Sie in Ihrer Gemeinde den Antrag auf Eheschließung stellen und dabei einen Termin festlegen.

Viele Standesämter sind aber bereit, begehrte Termine schon vorher zu reservieren. Der Antrag kann in der Regel von einem der beiden Partner gestellt werden, wobei der andere ihm dazu eine Vollmacht ausstellt. Zu den Papieren, die auf jeden Fall bei der Antragstellung vorgelegt werden müssen, gehören ein Ausweisdokument wie Reisepass oder Personalausweis, Meldebescheinigung der Behörde sowie eine Abschrift des Geburtseintrags. Je nach Situation können noch weitere Dokumente erforderlich sein, um die standesamtliche Trauung anzumelden. Dazu gehört zum Beispiel ein Nachweis über die Auflösung der Ehe, wenn man bereits verheiratet war oder ein Ehefähigkeitszeugnis, wenn man im Ausland geboren wurde. Paare, die ihre Hochzeit planen, können genaue Angaben zu den erforderlichen Papieren bei einem Vorgespräch im Standesamt erfragen. Der Antrag zur Eheschließung erfolgt immer in der Gemeinde, in der das Paar gemeldet ist. Er sollte möglichst frühzeitig erfolgen, damit alle Papiere fristgerecht vorgelegt werden können und ein geeigneter Termin gebucht werden kann. Damit die Behörde Ehehindernisse wie enge Verwandtschaft oder Polygamie ausschließen kann, werden Anträge in der Regel nur bis zu zwei oder drei Wochen vor dem geplanten Hochzeitstermin akzeptiert.

Eine standesamtliche Trauung kostet Gebühren von circa 40 Euro oder mehr, wenn beide Partner deutsche Staatsbürger sind. Jede Gemeinde bietet verschiedene Trauzimmer an, während einige außerdem besondere Orte, wie Schlösser oder Industriedenkmäler, im Angebot haben, für die Extrakosten anfallen. Möchte man die Trauung in einer anderen Gemeinde durchführen, müssen auch dort die erforderlichen Gebühren entrichtet werden. Einige Ämter bieten Eheschließungen am Nachmittag oder Wochenende an. Für eine Trauung außerhalb der Öffnungszeiten des Standesamtes fallen jedoch Sondergebühren an. Wer ein Familienstammbuch führen möchte, hat beim Standesamt die Wahl zwischen verschiedenen Büchern, die ab circa 15 Euro kosten. Sie können auch im Buchhandel oder Internet gekauft werden und sind für die Trauung nicht notwendig.
 

Das Moderne an der standesamtlichen Hochzeit

Die Eheschließung kommt mit dem Ja-Wort beider Ehepartner rechtskräftig zustande und der Standesbeamte verkündet, dass die Eheleute rechtmäßig verheiratet sind. In der Regel werden nun die Eheringe angesteckt. Schließlich wird die Trauung noch durch das Verlesen der Niederschrift über die Eheschließung sowie der Unterschrift der Ehepartner und – falls vorhanden – Trauzeugen besiegelt.
Trauzeugen sind für die standesamtliche Eheschließung nicht mehr vorgeschrieben. Wer möchte, kann aber trotzdem mit einem oder zwei Trauzeugen heiraten, die die Trauung mit ihrer Unterschrift bezeugen. Sie müssen volljährig sein und sich mit Personalausweis oder Reisepass ausweisen.
Wie genau die standesamtliche Trauung abläuft, hängt von der Gemeinde und vom Standesbeamten ab. Die Trauung ist rechtlich verbindlich und für das Brautpaar und seine Familie ein besonderer Höhepunkt im Leben. Daher findet die standesamtliche Trauung in formalem und würdigem Rahmen statt, dem oft ein persönlicher Stempel gegeben wird. Viele Standesbeamten führen Vorgespräche mit den Paaren, um ihre persönliche Liebesgeschichte kennenzulernen, die bei der Trauung angesprochen werden kann. Der Rahmen für individuelle Wünsche des Brautpaares ist jedoch eingeschränkt, da oft noch andere Paare auf ihre Eheschließung warten, sodass das Trauzimmer nur begrenzt zur Verfügung steht. Vielfach besteht aber die Möglichkeit einer persönlichen Ansprache, einer kurzen Rede oder dem Abspielen von Musik und auf das Tauschen der Eheringe wird selten verzichtet. Je nach Gemeinde werden für die Eheschließung 20 bis 30 Minuten eingeräumt. Beliebte Hochzeitsrituale wie das Reiswerfen, das Aufnehmen von Gruppenfotos oder Sektempfang müssen danach außerhalb des Trauzimmers statt finden. Wenn Sie eine standesamtliche Trauung planen, sind Sie gut beraten, frühzeitig einen Gesprächstermin bei Ihrem zuständigen Standesamt wahrzunehmen, damit Sie für Ihren besonderen Tag alles wie gewünscht organisieren können.